Sei ein Hund! Aus Knetmasse!
| Tests » Storyboard » Drehbuch » Pre-Produktion | 0 KommentareBeim Erstellen eines Animatics stellen sich für die beteiligten Akteure in der Regel zwei Fragen. Erstens: Funktioniert unser in vielen Monaten ausgetüfteltes Storyboard auch noch, wenn man es Szene für Szene mit echten Menschen nachstellt die genau jene Bewegungen ausführen sollen, welche später aufwändig animiert werden müssen? Zweitens: Wie verdammt noch mal soll man einen Koyoten oder Hund in einer Wüstennacht spielen, der zu allem Überfluss auch noch aus Knetmasse besteht?
Wir wollten die Antworten. Also quälten wir uns an einem Feiertag ins Videolabor der Uni, stellten Bürostühle als Felsen oder Kakteen vor eine blaue Wand und wurden zu einem Koyoten…
… und zu Hunden. Vor allem zu vielen Hunden.
Großen und kleinen, dicken und dünnen, stinkigen Kötern und It-Doggys, fies kläffenden Tölen und entspannten Muchachos. Wir drehten Prä-Ponanza, dilettierten den ganzen Tag vor der Kamera, schnitten unser Machwerk wenig später mit geliehenen Soundtrack-Schnippseln zusammen und wissen jetzt: Erstens: Das Storyboard funktioniert. Im Großen und Ganzen. Zweitens: Knetmasse-Figuren bekommen keinen Muskelkater. Wir schon.
Insgesamt war das Ergebnis unserer zweiten Animatic-Produktion ernüchternd und euphorisierend zugleich. Ernüchternd, weil wir einsehen mussten, dass unser fertig geschnittenes Filmchen eineinhalb Minuten über der von uns angepeilten Fünf-Minuten Marke lag, obwohl einige Szenen noch eingefügt werden müssen. Euphorisierend, weil viele Szenen schon in dieser abstrakten Form eine überaus humorige Wirkung entfalten und das dramaturgische Grundgerüst zu tragen scheint.
So stehen wir kurz vor Drehbeginn nach wie vor mit einigen dringend nötigen Arbeitsschritten der Pre-Production in der Kreide, müssen das Feintuning der Auflösung und des Storyboards mit Hilfe unseres Filmchens vornehmen und uns entscheiden, wo wir noch zusätzliche Einstellungen benötigen, und welche Szenen der vorauseilenden Schere zum Opfer fallen werden. Hier zeigt sich einer der generellen Unterschiede zur gewöhnlichen Film- oder Video-Produktion: Wir müssen den Film im Kopf fertig haben, bevor die Klappe zum ersten Trickfilm-Frame fällt. Schließlich haben wir nur eine begrenzte Zahl von Dehtagen zur Verfügung und können nicht ad hoc eine Szene auf Verdacht drehen, die wir dann später wieder rausschmeißen. Aber so ist er eben, der verformende Alltag des Stopmotion-Animators: Bevor man den Hund aus Knetmasse modelliert, muss man selbst zum Hund aus Knetmasse werden! Gott sei Dank haben wir schon bald den ersten Drehtag. Diese ganze verkopfte Vorproduktion knetet einem allmählich die Hirnwindungen weich…

Vom Suchen und Finden eines Drehbuchs
| Drehbuch » Pre-Produktion | 0 KommentareEine rauchige Kneipe, zwei zusammengeschobene Tische mit jeder Menge Stühlen drumherum und ein Haufen kreativer Köpfe - mehr braucht man nicht um eine Story für unseren Stop-Motion-Film zu finden. Das könnte man annehmen, ganz so leicht fällt die Storyfindung dann aber doch nicht.
Im Gegenteil, das ganze Vorhaben zieht sich zäh wie Kaugummi durch den Nachmittag. So ist das eben, wenn Kreative unter Druck stehen: Sie bringen erstmal gar nichts zustanden. Irgendwann kommen dann doch die Vorschläge und es entwickelt sich endlich ein konstruktives Gespräch. Ein animiertes Musikvideo für unbekannte Augsburger Bands beispielsweise.
Anfragen wurden schon abgegeben, Interesse bekundet. Dennoch sind nicht alle Mitglieder des Teams wirklich überzeugt von einem Musikvideo, denn die Bands wollen teilweise zu viel Mitspracherecht, was uns wieder einschränken würde. Gema-Probleme bei öffentlichen Aufführungen lassen uns so langsam vom Musikvideo-Vorhaben abkommen und wir stehen wieder am Anfang.
Unser Papa Marco hat dann aber doch noch eine Idee, die er so ganz beiläufig mal in den Raum wirft und damit einen Strike bei uns landet. Ein Indianer-Märchen Rund um die Rivalitäten zwischen Hunden und Kojoten. Der Kojote, tief in der indianischen Mythologie verankert stiftet dabei einiges an Unordnung in dem Hunderudel. Ganz nebenbei schafft es die Geschichte eine witzige Lösung für eine auffällige Verhaltensweise von Hunden zu liefern.
Zu viel soll an dieser Stelle nicht verraten werden, unser Film soll ja nur drei Minuten lang werden, da sollte nicht zu viel gespoilert werden. Fakt ist aber: Wir haben eine Story!















